Das Portfolio als Begleiter offener Kompositionsprozesse

Autor und veröffentlichung

Der Artikel von Lukas Janczik, veröffentlicht im Jahr 2021, befasst sich mit dem Einsatz von Portfolios im Musikunterricht. Er ist Teil des Sammelbandes MASTERY & MYSTERY Musikunterricht zwischen Lehrgang und offenem Konzept, herausgegeben von G. Brunner, C. Lietzmann, S. Schmid und J. Treß. Der Artikel erscheint auf den Seiten 237-248 und wurde von Helbling in Innsbruck veröffentlicht. Eine Vorabversion wurde in ModusM veröffentlicht.

Zentrales thema: das portfolio

Im Fokus des Artikels steht die Frage, wie ein Portfolio als Instrument genutzt werden kann, um offene Kompositionsprozesse im Musikunterricht zu unterstützen. Das Portfolio wird dabei nicht als bloße Sammlung von Werken, sondern als dynamisches Werkzeug betrachtet, das den Lernprozess dokumentiert und reflektiert. Es geht darum, den individuellen Entwicklungsweg des Schülers in der Komposition festzuhalten und zu evaluieren.

Offene kompositionsprozesse

Der Artikel argumentiert für die Bedeutung offener Kompositionsprozesse im Musikunterricht. Diese Prozesse erlauben den Schülern, ihre eigenen kreativen Ideen zu entwickeln, zu experimentieren und ihren individuellen Stil zu finden. Im Gegensatz zu stark vorgegebenen Lehrplänen fördert der offene Ansatz die Eigenständigkeit und die intrinsische Motivation der Schüler.

Die funktion des portfolios

Das Portfolio dient als eine Art „Arbeitsbuch“ oder „Entwicklungsdokumentation“ während des Kompositionsprozesses. Es beinhaltet nicht nur die fertigen Kompositionen, sondern auch Skizzen, Entwürfe, Notizen, Reflexionen und Feedback-Gespräche. Dies ermöglicht sowohl dem Schüler als auch dem Lehrer, den gesamten Prozess nachzuvollziehen und zu bewerten.

Reflexion und evaluation

Ein wichtiger Aspekt des Portfolios ist die Reflexion über den eigenen Lernprozess. Die Schüler werden dazu angehalten, ihre Arbeit kritisch zu hinterfragen, Stärken und Schwächen zu erkennen und Ziele für die Weiterentwicklung festzulegen. Die Evaluation erfolgt nicht nur anhand des Endprodukts, sondern auch anhand des Prozesses und der Reflexionen.

Kontext: mastery & mystery

Der Artikel ist eingebettet in den Kontext des Sammelbandes MASTERY & MYSTERY, der sich mit der Frage auseinandersetzt, wie Musikunterricht zwischen traditionellen Lehrgangsstrukturen und offenen, schülerzentrierten Konzepten gestaltet werden kann. Jancziks Beitrag plädiert für eine ausgewogene Kombination aus beidem, wobei das Portfolio als Brücke zwischen Struktur und Freiheit dient.